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Eigenimport

Eigenimport | Import eines deutschen Gebrauchtwagens nach Österreich

Stand: September 2015

Da ich mich mit dem Fahrzeugeigenimport bereits seit 2004 beschäftige und seither 12 Autos aus Deutschland nach Österreich importiert habe, werde ich natürlich häufig gefragt, wie das Ganze eigentlich genau vor sich geht und was dabei besonders zu beachten ist. Aus diesem Grund habe ich eine kleine Zusammenfassung aller wichtigen Dinge, die mir eingefallen sind, gemacht und hoffe Euch damit ein wenig helfen zu können!

Springe zu:

Wozu eigentlich ein gebrauchtes Auto aus Deutschland holen?
Wo überhaupt suchen & finden?

Vorsicht bei umgebauten oder getunten Autos:
Gefunden – und nun?
Vor dem Reiseantritt
Nebenkosten und Nachzahlungen
Wie komme ich hin?
Dokumente die man auf alle Fälle mitnehmen sollte:
Wie wird das Auto überstellt?
Beim Händler
Garantie – ja oder nein?
Die Beantragung der Zoll- oder Kurzzeitkennzeichen
Worin unterscheiden sich Zoll- und Kurzzeitkennzeichen genau?
Der Ablauf
Aufgaben in Österreich
Seit 01.01.2008: Die Genehmigungsdatenbank

Die NoVA (Normverbrauchsabgabe)
Die CO2 Abgabe (seit Juli 2008 )
Gebrauchtwagen mit Erstzulassung vor 30. Juni 2008
Gebrauchtwagen mit Erstzulassung ab 1.7.2008

Wozu eigentlich ein gebrauchtes Auto aus Deutschland holen?

Vorab eine wichtige Anmerkung zum Gebrauchtwagen:

Ein KFZ gilt als Gebrauchtwagen, wenn das Fahrzeug mehr als 6.000 km zurückgelegt hat und die erste Inbetriebnahme zum Zeitpunkt des Erwerbs mehr als sechs Monate zurückliegt.
Erfüllt das KFZ diese Kriterien nicht, wird es beim Eigenimport vom Finanzamt als Neuwagen behandelt. Zusätzlich zu NoVA und CO2 Steuer (siehe weiter unten) fallen weitere Kosten wie die österreichische Mehrwertsteuer an!

Der deutsche Automarkt ist riesig im Vergleich zum österreichischen und ich denke dass jeder Kaufinteressierte, der einmal einen Blick in deutsche KFZ-Börsen wagt, sein nächstes Auto mit 90%iger Wahrscheinlichkeit dort auch kaufen wird.

In Deutschland gibt es erstens eine viel größere Auswahl bezüglich Ausstattung und auch der preisliche Unterschied ist trotz der Nachzahlungen, die in Österreich anfallen, nach wie vor nicht außer Acht zu lassen.

Wo überhaupt suchen & finden?

Anbei ein paar Links zu wichtigen Gebrauchtwagenbörsen:

• http://www.mobile.de

• http://www.autoscout24.de

• http://www.webauto.de

• http://www.gebrauchtwagen-zeitung.de/

• http://www.gebrauchtwagen.de/

Natürlich gibt es auch hier private sowie gewerbliche Verkäufer. Ich habe schon sowohl von privat als auch von gewerblich gekauft und dabei nie Probleme gehabt. Ratsam ist es natürlich trotzdem, das Auto von einem seriösen Händler zu beziehen.

Empfehlenswert ist es auch, nach Fahrzeugen Ausschau zu halten, welche als “unfallfrei” deklariert sind. Doch hier ist darauf zu achten, dass seriöse Händler ab einem gewissen Reparaturwert der Karosserie dies im Kaufvertrag gesetzlich angeben MÜSSEN – auch dann, wenn es sich nur um einige kleine Parkdellen oder Kratzer handelt (viele Händler lassen diese vor dem Verkauf reparieren). In einem solchen Fall sollte man den Sachverhalt natürlich möglichst genau hinterfragen.

Vorsicht bei umgebauten oder getunten Autos:

Die Typisierungsbestimmungen in Deutschland sind (leider) völlig anders als die in Österreich!!!
Auch wenn diverse Umbauten in Deutschland einwandfrei typisiert und eingetragen wurden, in Österreich verfällt dies gänzlich! Das Fahrzeug muss nach dem Eigenimport bei der in Österreich anstehenden Konformitätsprüfung in einwandfreiem und serienmäßigen Zustand sein! Jeder in Deutschland vorgenomme Umbau muss in Österreich komplett neu eingetragen werden! Hier sollte also alles möglichst genau im Vorfeld abgeklärt werden, zB ob überhaupt die Möglichkeit besteht, in Österreich eine Eintragung zu bekommen, sind Gutachten hierfür vorhanden etc.

Gefunden – und nun?

Hat man sein Objekt der Begierde erst mal gefunden, ist die Kontaktaufnahme zum Händler der allererste Weg – und zwar am besten gleich per Telefon. Geht schneller und einfacher als per Mailverkehr.
Großartige Überprüfungen sind hier natürlich nicht möglich. Mit einer halbwegs guten Menschenkenntnis kann man den Verkäufer nichts desto trotz ein wenig einschätzen, was einem bei der Entscheidung “Soll ich oder soll ich nicht?” natürlich durchaus weiterhelfen kann.

Nichts desto trotz gilt: Vertraue keinem blind!

Daher sollte ein Auto nie komplett im Vorhinein bezahlt werden!!!
Selbst wenn ein paar Hundert Kilometer dazwischen liegen, gilt hier: Erst hinfahren und anschauen! Besonders wenn es sich um Gebrauchtfahrzeuge handelt, die schon ein paar Jährchen bzw eine höhere Kilometerleistung am Buckel haben. Dafür lohnt sich der Eigenimport hier preislich meist umso mehr.

Wer ganz sicher gehen will, kann im Vorhinein per Fax einen  Vorvertrag mit dem Händler abschließen und eventuell auch eine Anzahlung leisten (10% des Kaufpreises sollten auf alle Fälle ausreichen). Natürlich mit der schriftlichen Anmerkung, dass sich das Auto im beschriebenen Zustand befinden und die Kilometerangabe stimmen muss. Ich persönlich habe es fast immer so gehandhabt, weil mir das Risiko zu groß war, vielleicht am Ende umsonst hinzufahren weil das Auto in der Zwischenzeit verkauft wurde. Natürlich hängt es wie gesagt stark davon ab, wie alt das Fahrzeug und wie hoch die Laufleistung ist. Meine letzten Autos waren meist im neuwertigen Zustand und hatten sogar noch Herstellergarantie, von dem her war es kein Problem einen verbindlichen Vorvertrag abzuschließen.

Vor dem Reiseantritt

Bevor man sich zum Kauf entscheidet, sollten vor allem die finanziellen Dinge abgeklärt werden.
Deutsche Gebrauchtwägen sind zwar nach wie vor um einiges günstiger als in Österreich, durch die vielen Nebenkosten und Nachzahlungen, die in Österreich fällig sind, ist die Ersparnis hier nicht mehr so groß, wie es früher einmal war. Nichts desto trotz lohnt sich der Import in den meisten Fällen immer noch.

An dieser Stelle möchte ich gleich zum ersten Mal auf den NoVA-Rechner aufmerksam machen. Hier können Berechnungen von NoVA und CO2 Abgabe gratis und ohne Anmeldung durchgeführt werden. Interessant für die ganz Faulen bzw Ängstlichen unter uns: das Team vom NoVA-Rechner erledigt auch ganze Fahrzeugimporte wenn gewünscht, sodass man das Fahrzeug schlussendlich nur noch entgegennehmen und anmelden muss :-)

Nebenkosten und Nachzahlungen

• Fahrt- bzw Flugkosten

• Überstellungsgebühren (Kennzeichen, Versicherung, Treibstoff)

• §57a Überprüfung in Österreich inkl. Typenschein oder Einzelgenehmigung

• NoVA

• CO2 Abgabe

• Eventuelle Dieselpönale (die im Falle eines Partikelfilters aber meist wieder wegfällt bzw ausgeglichen wird)

• Vignette

Wie komme ich hin?

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

• per Flugzeug

• per Zug

• mit dem Auto und einer Begleitperson

• mit dem Auto und einem Anhänger

Aus persönlichen Erfahrungen kann ich nur sagen dass Fliegen bisher die bequemste Variante war (per Oneway-Ticket hinfliegen und mit dem Auto heimfahren).

Hilfreiche Links dazu:

Swoodoo.at

Checkfelix.at

Aua.com

Viennaairport

Flughafen.at

Natürlich bringt das unweigerlich das Risiko mit sich, dumm dazustehen falls das Auto aus irgendeinem Grund doch nicht gekauft werden kann.
Nichts desto trotz kann ich diese Variante durchaus empfehlen, vor allem wenn ein Vorvertrag abgeschlossen wurde :-)

Das Mitnehmen einer zweiten Person ist übrigens durchaus empfehlenswert – auch wenn man sich für die Option Fliegen entscheidet.

Perfekt wäre es hier natürlich, wenn der Reisebegleiter ein technisch versierter Mensch wäre (Optimum: Automechaniker ) der das zukünftige Auto gleich ein wenig unter die Lupe nehmen kann.

Bei den Dokumenten lautet die Devise: Besser zuviel als zu wenig!

Dokumente die man auf alle Fälle mitnehmen sollte:

• Personalausweis, besser Reisepass

• Führerschein

• Meldezettel

• Vignette

• und natürlich nicht zu vergessen: Bargeld (je nachdem, was vereinbart wurde)

Wie wird das Auto überstellt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

• mit Überstellungskennzeichenn mit gelbem Datumsfeld (auch 5 Tages- oder Kurzzeitkennzeichen genannt)

• mit Überstellungskennzeichen mit rotem Datumsfeld (auch Zoll- oder Ausfuhrkennzeichen genannt)

• eventuell mit ausgeborgten Probefahrtskennzeichen vom Händler selbst

Die beste Variante wäre die Überstellung mittels deutschen Zoll- oder Ausfuhrkennzeichen, die vor Ort von jeder Zulassungsstelle oder vom Verkehrsamt ausgestellt werden. Hier ist bitte zu bedenken, dass die Ämter nur unter der Woche bis ca 16 Uhr (in den verschiedenen Städten und Orten unterschiedlich, am besten vorher die Öffnungszeiten abklären!) zur Verfügung stehen!
Vorteil: Diese Zollkennzeichen gelten auch in Österreich und man hat vollen Versicherungsschutz (Haftpflicht).

ich gehe weiter unten beim Punkt „Die Beantragung von Zoll- oder Kurzzeitkennzeichen“ noch näher auf den behördlichen Ablauf und die Unterschiede zwischen den Kennzeichen ein.

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, das Auto mit einem Anhänger abzuholen. So fällt die Rennerei auf den Ämtern gänzlich weg.

Das Überstellen eines deutschen Fahrzeuges mit blauen Probefahrtskennzeichen aus Österreich ist NICHT erlaubt!
Es besteht hier KEIN Versicherungsschutz, außerdem ist die Gefahr, von der deutschen Exekutive erwischt zu werden, mehr als groß. Und spätestens dann ist die Reise zu Ende, die Kennzeichen können sogar beschlagnahmt werden. Zusätzlich wird ein Exekutionsverfahren eingeleitet, was natürlich mit hohen Kosten und Aufwänden verbunden ist und den Eigenimport eher unrentabel macht.

Sind all diese Dinge erst mal abgeklärt, kann es auch schon losgehen…

Beim Händler

Das Fahrzeug sollte zuerst genau begutachtet und auf die in der Verkaufsbeschreibung angegebenen Dinge (Fahrgestellnummer, Kilometerleistung, eventuell angegebene Mängel und Ausstattungsmerkmale) überprüft werden.
Der Händler sollte dafür auch anstandslos eine Hebebühne und, falls vorhanden, einen Schichtdickenmesser für den Lack des Wagens zur Verfügung stellen.

Wenn das alles in Ordnung ist und man sich preislich einigen konnte (manche Leute verhandeln gern und tun das dann auch nochmal vor Ort), kann der Kaufvertrag abgeschlossen werden.
Hier ist schon im Vorhinein zu hinterfragen, ob die Mehrwertsteuer ausweisbar ist, da die NoVA, welche beim österreichischen Finanzamt zu bezahlen ist, bei einem Händlerverkauf vom Nettoverkaufspreis berechnet wird. Auf diesem Kaufvertrag sowie der Rechnung wird die MwSt zB ausgewiesen. Hier ein Beispiel eines Kaufvertrages, auf dem die MwSt nicht ausgewiesen ist, hier gilt Brutto = Netto.
Der Händler muss sowohl den Fahrzeugbrief als auch den entwerteten Fahrzeugschein (der bei der Beantragung von Überstellungskennzeichen von der Zulassungsstelle eingezogen wird) übergeben. Auch eine Übereinstimmungserklärung, auch “COC” genannt, wird oftmals übergeben, bei Fahrzeugen die nach 1997 gebaut wurden, jedoch eigentlich nicht mehr benötigt.

Garantie – ja oder nein?

Bezüglich Garantie oder Gewährleistung sind Händler oft sehr unterschiedlich.
Vertragshändler geben europaweite Gewährleistung, freie Händler bieten diese oft separat an – in diesem Fall erhöht sich meist der Kaufpreis des KFZ.
Es gibt aber wiederum auch Händler, die KFZ – besonders wenn diese exportiert werden – ausschließlich ohne Garantie verkaufen. Hier ist natürlich Vorsicht geboten.

Die Beantragung der Zoll- oder Kurzzeitkennzeichen

Wie oben bereits erwähnt, entscheidet man sich meistens, das Auto mit deutschen Kurzzeit- oder Zollkennzeichen zu überstellen.

Durchgeführt wird das von der Zulassungsstelle und bei den in der Nähe angesiedelten Schildermachern (neben den Zulassungsstellen gibt es je nach Größe der Stadt 1 – 3 Schildermacher).

Dokumente die hierfür benötigt werden:

• Personalausweis oder Reisepass

• eventuell Meldezettel

• Kaufvertrag

• Fahrzeugbrief vom abgemeldeten (!) KFZ

• gültiger TÜV-Bericht des KFZ

Worin unterscheiden sich  Zoll- und Kurzzeitkennzeichen genau?

Kurzzeitkennzeichen sind genau 5 Tage gültig und mit einem gelben Datumsfeld versehen (der letzte Tag der Gültigkeit wird gut sichtbar eingestanzt). Nach Ablauf dieser 5 Tage verlieren die Kennzeichen ihre Gültigkeit und können einfach entsorgt werden.
Der Vollständigkeit halber muss ich anmerken, dass diese Art von Kennzeichen genaugenommen nur für Fahrten innerhalb Deutschlands bestimmt sind. Fahrten in andere EU-Mitgliedstaaten werden jedoch toleriert und es ist mir noch kein Fall bekannt, bei dem es in irgendeiner Form Probleme gegeben hat.

Siehe dazu Link Kurzzeitkennzeichen

Auf der Seite Transit-Plate können Kurzzeitkennzeichen für alle Antragsteller bzw. Halter mit ausländischer Adresse online bestellt und an eine beliebige EU-Adresse geliefert werden. Das Wunschdatum (also Gültigkeitsbeginn) kann angegeben werden.

Die zweite Variante sind die sogenannten “Zoll- oder Ausfuhrkennzeichen“. Diese Kennzeichen sind mit einem roten Datumsfeld versehen und 15 Tage lang gültig. Sie unterscheiden sich von den Kurzzeitkennzeichen in Gültigkeit und Preis.

Siehe dazu Link Zoll- oder Ausfuhrkennzeichen

Bis 2010 war es beim Eigenimport üblich, Kennzeichen mit dem roten Datumsfeld für die Ausfuhr zu verwenden. Laut Auskünften aus Deutschland hat sich hier bei der Abwicklung aber ein wichtiger Faktor geändert: offensichtlich fällt nun zusätzlich auch der Weg zum Finanzamt an (um die KFZ-Steuer zu entrichten), was das ganze Vorgehen natürlich um einiges erschwert bzw verlängert.

Aus diesem Grund importieren die meisten mittlerweile mit gelben Kennzeichen. Ich persönlich bevorzuge diese ebenfalls, da man fürs Anmelden in Österreich mittlerweile oft nur noch 2-3 Tage benötigt (was vor einigen Jahren ja leider nicht der Fall war). Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich natürlich auch für die roten Kennzeichen entscheiden.

Der Ablauf

Der erste Weg geht erst mal zum Schildermacher.
Dort wird eine Versicherung für 5 bzw 15 Tage abgeschlossen (Kostenpunkt 70 – 80 Euro).

Mit dieser Versicherungsbestätigung geht‘s dann zur Zulassungsstelle. Einfach gleich zu Beginn sagen, dass es sich um einen Import nach Österreich handelt, dann weiß der zuständige Betreuer sofort, was zu tun ist.
Dokumente werden entgegengenommen und Formulare ausgefüllt.
Anschließend legt die Zulassungsstelle in einem Schreiben an den Schildermacher ein Kennzeichen für die Überführung fest.

Mit jenem Schreiben geht‘s wieder ab zum Schildermacher, wo das Kennzeichen an Ort und Stelle gestanzt wird.

Mit dem fertigen Kennzeichen macht man sich schließlich wieder auf den Weg zur Zulassungsstelle  Dort ist  eine Bearbeitungsgebühr zu entrichten.
Ein Mitarbeiter vom Verkehrsamt überprüft anschließend die Fahrgestellnummer direkt am KFZ und vergleicht diese mit der angegebenen Fahrgestellnummer in den Dokumenten. Hier wäre bitte im Vorfeld mit dem Verkäufer abzuklären, dass das Fahrzeug irgendwie zur Zulassungsstelle gebracht werden muss.
Stimmt alles überein, werden ein Fahrzeugschein für die Überstellungskennzeichen sowie Versicherungskarten (diese sollten stets im Fahrzeug mitgeführt werden bis die Kennzeichen abgelaufen sind) ausgestellt. Schlussendlich kommt ein Siegel auf das Überstellungskennzeichen und die Wege in Deutschland wären hiermit erst mal erledigt

Die Gesamtkosten für diese Aktion (Versicherung, Schilder, Bearbeitungsgebühren) liegen bei etwa 130 bis 140 Euro.

Ich will an dieser Stelle anmerken, dass diese Dinge weitaus nicht so kompliziert sind wie sie vielleicht klingen.
Die Ämter und Behörden in Deutschland sind sehr eingespielt und entgegenkommend und ich war jedesmal binnen einer Stunde mit allem durch, meistens ging es sogar schneller.

Kauft man bei einem größeren Händler, ist es oft schon üblich, dass dieser freundlicherweise die Beschaffung der Kennzeichen übernimmt und man das Auto nur noch abholen muss. Dadurch wird dem Käufer der Weg zum Amt und Schildermacher natürich erspart. Bei meinen letzten beiden Importen war das überhaupt kein Problem. Viele Händler bieten diese Dienstleistung auch schon gegen Zusatzgebühren an – oder eben je nachdem, wie groß das Verhandlungsgeschick ist 😉

Die Fahrt nach Österreich

Viel Spaß 😉 Und nicht vergessen: Vignette aufkleben!!!

Aufgaben in Österreich

Ich habe bisher nur Autos aus dem VAG Konzern importiert, kann daher auch nur von dieser Seite berichten, im Großen und Ganzen ist es aber bei allen Automarken das gleiche Procedere.

Der erste Weg ist erst mal der zum Vertragspartner des Vertrauens.
Der deutsche Fahrzeugbrief wird dort abgegeben und am Auto wird eine Konformitätsprüfung durchgeführt (ähnlich einer §57a Überprüfung ).
Neu zumindest bei Audi: Konformitätsprüfungen werden, wenn das Fahrzeug einen gültigen und positiven TÜV-Bericht hat, nicht mehr durchgeführt. Es wird lediglich eine §57a Überprüfung gemacht (hängt vom Alter des Fahrzeuges ab, bei KFZ unter 2 Jahren muss keine Überprüfung gemacht werden).

Der Vertragspartner sendet die deutschen Unterlagen des Fahrzeuges gemeinsam mit denen des neuen Besitzers zum Generalimporteur (in diesem Fall Salzburg).
Dieser stellt den Österreichischen Typenschein für das Fahrzeug aus bzw gibt diesen für den Vertragspartner online frei, was bedeutet, dass der Typenschein vom Vertragspartner auf Knopfdruck geladen und ausgedruckt werden kann. Ein großer Vorteil, da der Postweg und somit auch Zeit eingespart wird.

Die Kosten liegen hier (zB bei Audi) bei etwa 220 Euro inklusive §57a Überprüfung.

Seit 01.01.2008: Die Genehmigungsdatenbank

Das Fahrzeug wird vom Generalimporteur in die Genehmigungsdatenbank eingetragen und vorerst gesperrt. Das ist wichtig, da das Finanzamt nach Einzahlung von NoVA & CO2 Abgabe diese Sperre aufhebt und das Fahrzeug erst dann für die Zulassung freigegeben ist. Hier ein kleines Beispiel von Sperre und Freigabe.

Hier gibt’s noch einen eventuell hilfreichen  Link  betreffend Genehmigungsdatenbank, mitunter einer Liste (erster Link), die alle dafür bevollmächtigten Unternehmen anführt.

Wenn man den Typenschein oder auch Typenblatt genannt, dann endlich hat, macht man sich am besten gleich auf den Weg zum Finanzamt um dort die NoVA und die CO2 Abgabe zu bezahlen.
Hierfür werden wieder Dokumente wie Personalausweis oder Reisepass, Meldezettel, Typenschein des Autos und natürlich Geld (in bar) benötigt.
Die NoVA wird bei einem Händlerverkauf wie wie bereits erwähnt vom Nettoverkaufspreis laut Kaufvertrag berechnet. Bei einem Kauf von einer Privatperson wird der österreichische Eurotaxmittelwert als Bemessungsgrundlage verwendet!
In der Regel geht das relativ fix – ich hab dafür noch nie länger als eine Stunde gebraucht. Kommt natürlich auch sehr aufs zuständige Finanzamt an.

Die NoVA (Normverbrauchsabgabe)

Zum Thema NoVA bekomme ich mit Abstand die meisten Anfragen. Offensichtlich ist dies ein Thema, das bei vielen Käufern für Unklarkeit sorgt.

Die NoVA wird wie bereits erwähnt vom Nettoverkaufspreis laut Kaufvertrag (bei Händlerverkauf) berechnet.

!!Das heißt jedoch nicht, dass die Mehrwertsteuer beim Kauf nicht bezahlt werden muss!! (merkwürdigerweise glauben das nämlich immer noch viele Leute)

Ausschlaggebend ist, dass die Mehrwertsteuer am Kaufvertrag ausweisbar ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie “abgezogen” werden kann, sondern lediglich, dass sie im Vertrag angegeben wird.

Beispiel 1:

Ein Gebrauchtwagen um 10.000 Euro wird bei einem Händler gekauft. Die Mehrwertsteuer ist ausweisbar, dies wird auch im Kaufvertrag angegeben:

Netto: 8.403,36 Euro
MwSt 19%: 1.596 Euro
=Brutto: 10.000 Euro

Die NoVA (beispielsweise 12%) kann somit vom Nettopreis berechnet werden:

8.403,36 x 12% = 1.008,40 Euro

Beispiel 2:

Ein Gebrauchtwagen um 10.000 Euro wird von einer Privatperson gekauft. Die Mehrwertsteuer ist nicht ausweisbar, dies wird auch im Kaufvertrag angegeben:

Netto = Brutto: 10.000 Euro

Die NoVA (beispielsweise 12%) muss somit vom Bruttopreis berechnet werden:

10.000 x 12% = 1.200 Euro

Bitte einfach den NoVA-Rechner benützen, bei wahrheitsgetreuer Dateneingabe wird der Gesamtendpreis des Wunsch-KFZ sehr genau ermittelt!

AKTUELLE NEUIGKEITEN – gilt voraussichtlich ab März 2014

Link NoVA-Rechner Änderungen NoVA 2014 

Die CO2 Abgabe (seit Juli 2008 )

Bei Neuzulassung eines Pkw ab Erstzulassung 07/2008 (sprich Gebraucht- aber auch Neuwagenkauf, unabhängig davon ob Eigenimport oder nicht) wird zusätzlich zur Normverbrauchsabgabe (NoVA) ein Bonus bzw. Malus, je nach Abgaswerten des Pkw, fällig – wir sprechen hier von der CO2 Abgabe.

Bezüglich der CO2 Abgabe, die die letzten Jahre immer wieder für Verwirrung in der Berechnung gesorgt hat, hat sich die letzte Zeit wieder einiges grundlegend geändert.
Aus diesem Grund will ich jetzt keine genauen Aufschlüsselungen diesbezüglich mehr machen, da dies nur unnötig für Verwirrungen sorgen und die Länge dieses Leitfadens sprengen würde.

Ich möchte dennoch versuchen, das so einfach und verständlich wie möglich zu erklären:

Wie hoch die CO2 Abgabe im Endeffekt ist, hängt einzig und alleine von der Erstzulassung des jeweiligen Fahrzeugs ab.

Gebrauchtwagen mit Erstzulassung vor 30. Juni 2008

Für Gebrauchtwagen, die vor dem 30. Juni 2008 in einem EU-Staat zum Verkehr zugelassen waren (Als Nachweis für die Zulassung des Fahrzeuges kann eine Zulassungsbestätigung, Kopie des Zulassungsscheines, Kopie des Typenscheines oder ein vergleichbares Dokument dienen), fällt keine CO2 Abgabe an.

Diese Regelung galt jedoch nicht immer, sondern wurde erst 2013 beschlossen. Siehe dazu Link Findok

Es gab also durchaus Importe von KFZ mit EZ vor 06/2008, für die, bevor diese Regelung in Kraft getreten ist, die CO2 Abgabe am Finanzamt entrichtet wurde.
Die bereits bezahlte CO2 Abgabe für KFZ vor Erstzulassung Juni 2008 kann jedoch per Antrag rückgefordert werden.
Alle weiteren Infos dazu sowie ein Musterformular zur Rückvergütung finden Sie auf der Seite des NoVA-Rechners. 

Gebrauchtwagen mit Erstzulassung ab 1.7.2008

Hier beginnen die einzelnen Staffelungen je nach Erstzulassungsdatum.

Alle, die es ganz genau wissen wollen, können sich die genauen Staffelungen auf dieser Seite des ÖAMTC durchlesen. Hier ist genau aufgeschlüsselt, welche Berechnung für welches Baujahr anzuwenden ist.
Aber wie bereits erwähnt, durch die Benutzung des NoVA-Rechners kann man den komplizierten Weg der Eigenberechnung sehr gut umgehen :-)

Das ausgefüllte Formular NoVA 2 – ist am Finanzamt abzugeben: Formular Normverbrauchsabgabe
Die meisten Beamten sind jedoch sehr hilfsbereit und stehen ihren Kunden bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Achtung –  vom Gesamtbetrag NoVA und CO2 Abgabe sind seit März 2011 zusätzlich 20% MwSt zu entrichten!

Somit gilt:
NoVA + CO2 Abgabe = xxx + 20% MwSt = fälliger Betrag ans Finanzamt

Nach Einzahlung der NoVA und CO2 Abgabe schaltet das Finanzamt wie bereits erwähnt das Fahrzeug in der Genehmigungsdatenbank frei. Eine Quittung über die bezahlte NoVA wird ausgestellt. Wenn das alles erledigt ist, kann das Auto schlussendlich angemeldet werden.

Einige Tage bis Wochen nach der Einzahlung der NoVA flattert ein Kontoauszug des Finanzamtes ins Haus. Im Normalfall sollte der Kontostand bei 0,00 Euro stehen. Als Privatperson bekommt man bei jedem einzelnen Auto eine neue Steuernummer.

Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben und wünsche Euch viel Spaß beim Importieren sowie viel Freude am neuen Auto und eine unfallfreie Fahrt!

Über Feedback freue ich mich übrigens ebenso wie über persönliche Erfahrungsberichte! Schreibt mir und berichtet von Euren Erlebnissen beim Eigenimport!

Alle Angaben ohne Gewähr!
Es handelt sich hier um persönliche Erfahrungsberichte ohne kommerziellen Hintergrund, mit denen ich Euch diverse Fragen beantworten und einen eventuellen Fahrzeugimport erleichtern möchte!

Es sind trotzdem noch Fragen offen?
Oder Sie benötigen Hilfe beim Eigenimport?
Sie erreichen mich über das Kontaktformular oder besuchen Sie meine Diskussionsrunde auf Facebook! Auch Ihre persönlichen Erfahrungsberichte sind hier gern gesehen! Einfach die Seite liken und mitdiskutieren!
Wenn Ihr den Leitfaden für den Eigenimport unterstützen wollt, könnt Ihr mich aber gerne auf einen virtuellen Kaffee einladen :-)
Besten Dank!

4 Gedanken zu „Eigenimport“

  1. Hallo!

    Erstmal vielen Dank für die Ausführngen -macht das Leben beim “Erstimport” viel leichter!

    Meine Frage:

    Kann man sich auf den Nova-Rechner verlassen?
    Beim Ergebnis wird immer ein korrigierter Wert angegeben, der leicht vom ursprünglich eingegebenen Wert (nach oben) abweicht……

    Danke!

    mfg

    A. Harrich

    1. Der Nova-Rechner ist erfahrungsgemäß eines der besten und genauesten Tools betreffend Novaberechnung. Die Werte müssen natürlich so exakt wie möglich angegeben werden, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen. Falls Du damit doch irgendwelche Probleme haben solltest, wende Dich bitte direkt an office@nova-rechner.at oder nimm über Facebook Kontakt auf. In der Regel erhält man binnen kürzester Zeit Antwort. Viel Erfolg beim Import!!

  2. Hallo,
    echt toll und übersichtlich zusammen gefasst jedoch habe ich noch eine Frage:
    muss das importierte Auto eine gewisse Anzahl an Monaten in Ö auf meinen Namen angemeldet sein um es wieder verkaufen zu können??

  3. Hallo,
    danke für die ausführliche Informationen. Ich habe folgende Frage. Ich möchte Toyota LC Neuwagen importieren. Das Auto steht im Bremerhaven. Es muss zuerst auf EURO5 umgebaut werden. Frage ist, ob wenn ich die deutsche Zulassung bekomme mit Tageszulassung, wird es leichter die österreichische Zulassung erhalten? Gibt’s Firmen die daran helfen können?

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